Monatsarchiv für Juli 2008

Social Networks: Was Nokia vorhat

Dienstag, den 22. Juli 2008 - von Dirk Middeldorf

Wenn ich jetzt ein paar Leute auf der Straße fragen würde, was ihnen zu Nokia am ehesten einfallen würde:

a) Arbeitsplatzabbau im Ruhrgebiet,
b) eine Stadt in Finnland oder
c) die Zukunft des Internets,

würden mir wahrscheinlich die Wenigsten mit c) antworten. Doch dafür gibt es einige Gründe:

Im Juni hat Nokia den Social-Networking-Dienst Plazes aus der Schweiz mit Hauptsitz in Berlin gekauft. Bei Plazes kann man seinen aktuellen Standort und was man dort gerade tut über den PC oder das Mobiltelefon ins Internet eingeben. Auf einer Karte sieht man dann Dienstleistungen, die dort angeboten werden, und – viel wichtiger – die Menschen aus dem eigenen Netzwerk, sofern sie sich ebenfalls bei Plazes eingetragen haben. Der Idee der Social Networks im Internet werden also die Parameter Ort und Zeit hinzugefügt. Nokia wird somit immer mehr zum Diensteanbieter und tritt damit in Konkurrenz zu den Providern. Die Dienste von Nokia sollen in dem Portal Ovi zusammengeführt werden.

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Man trifft sich immer zweimal …

Dienstag, den 22. Juli 2008 - von Dirk Middeldorf

Gerade zeigte mir ein Kollege eine sehr amüsante Doppellung unseres Corporate Designs. Das Unternehmen Fagor hat ein interessantes Logo:

fagor.jpg

Vor allem, wenn man es umdreht, ähnelt es unserem doch sehr:

fagor_usd.jpg

Wir haben das Logo 2006 entwickelt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung unserer alten Bildmarke, ein schwarzes Gleichheitszeichen. Wir hatten das Zeichen abgeschrägt, in Weiß invertiert und einen orangen Kreis drumherum gesetzt.

Ich muss sagen, wirklich ein sehr schönes Logo, das Fagor sich da ausgedacht hat. Ich hätt’s nur andersrum gemacht …

Ändert sich der Begriff der Glaubwürdigkeit für die Generation 2.0?

Freitag, den 11. Juli 2008 - von Sabine Haas

In unseren Studien zu Web 2.0 machen wir eine interessante Beobachtung: Während „ältere“ User (Generation 1.0) Inhalte im Netz sehr stark nach dem Kriterium der „Glaubwürdigkeit“ auswählen, haben junge Nutzer (Generation 2.0) eine völlig andere Vorgehensweise: Die Authentizität, der Spaßgehalt oder auch die Qualität des Beitrages selbst sind entscheidend dafür, was akzeptiert wird oder nicht.

Ein Beispiel: Ältere User ziehen Informationen gerne aus Online-Auftritten mit einer „glaubwürdigen“ Quelle, so z.B. Spiegel-Online, Tagesschau-Blog etc. Jüngere gehen an die im Internet vorhandenen Quellen zunächst ganz undifferenziert heran und sichten die Inhalte. Sind diese überzeugend oder machen sie Spaß (wie z.B. You-Tube-Videos), dann werden sie z.B in Referaten für die Schule ungeprüft verwendet.

Möglicherweise zeigt sich in diesem Unterschied eine Reaktion der „Nutzer 2.0“ auf die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung der Informationen. Da es immer schwerer wird, nachzuprüfen, ob Berichte auf Tatsachen basieren und die Verfremdung, Verfälschung und Bearbeitung von Medieninhalten immer einfacher möglich ist, verlieren die Aspekte Realitäts- und Tatsachenbezug bei der Bewertung von Medieninhalten in vielen Bereichen an Bedeutung.

Überspitzt formuliert: Wenn die Story Spaß macht oder gut erzählt ist, warum ist sie dann nicht auch wahr? Oder frei nach Wittgenstein: Wahr ist ganz einfach das, was (im Internet) der Fall ist.