Monatsarchiv für Juli 2007

Radio in der Krise – Internet schuld?

Mittwoch, den 11. Juli 2007 - von result

Zu unserem Alltagsgeschäft im Bereich der Medienforschung gehören auch immer wieder umfangreiche Gruppendiskussionen zum Thema Radio. Hörer verschiedener Radiosender werden zu ihren Einschaltmotiven, Wünschen und Erwartungen an das Medium Radio befragt.

Das Radio war schon immer überwiegend ein “Begleitmedium”, die Gespräche mit jungen Radiohörern in diesem Jahr zeichnen aber ein besonders trauriges Bild der Radionutzung: Stammhörer sogenannter “Junger Wellen” können oft kaum Inhalte wiedergeben. Sogar kultige Elemente, wie z.B. Comedy, werden fast nicht mehr wahrgenommen. An Moderatorenwechsel erinnert man sich allenfalls so: “Da war irgendwas, aber ich weiß nicht genau was.”

Zwar wird fast flächendeckend morgens “zuerst das Radio angeschaltet”. Was man da aber eigentlich hört, ist – außer “dass die Musik meinen Vorlieben entsprechen muss” – nahezu “egal”. Es macht sich eine “Wurstigkeit” insbesondere bei den jüngeren Befragten breit, die Redakteure ängstlich stimmen muss.

Viele Befragte bestätigen dem Radio – als Vorzug vor “eigener” Musik – lediglich die “Bequemlichkeit”: “Ich muss mich um nix kümmern, einfach anmachen und den Rest erledigen andere für mich.” Dabei möchten die meisten am liebsten “auf das viele Gequatsche” verzichten. Redaktionellen Inhalten steht man zunehmend gleichgültig gegenüber.

In diesem Zusammenhang bekommt das Internetradio in seiner Form als Musikabspielstation einen hohen Stellenwert: “Das finde ich toll, einfach Musik durchlaufen lassen, mit Überraschungseffekt, weil nicht von mir zusammengestellt, und keiner palavert mir dazwischen.”

Einziges Argument gegen Internetradio am Morgen (und damit zur Primetime des Mediums Radio): “Morgens fahre ich doch nicht extra den Rechner hoch.”

Aber wie lange das noch gilt, ist fraglich. Der PC webt sich immer weiter in die Mediennutzung ein, wie unsere Web-2.0-Studie belegt.

Redaktionen müssen sich nun fragen, wie man Hörer wieder fester binden – und – was noch wichtiger ist, wie man heranwachsenden Generationen den Weg zum “klassischen” Radio weisen kann. Eine spannende Herausforderung …

WDR-Blog “Traumgarten” – ein geglücktes Projekt

Freitag, den 6. Juli 2007 - von result

Im April hat die WDR-Sendung Servicezeit ihr erstes Blog-Projekt gestartet: das Traumgarten-Blog. In drei Fernseh-Folgen wurde in der Sendung Servicezeit: Wohnen & Garten der Umbau des Gartens einer Ratinger Familie dokumentiert. Schon zwei Monate vorab wurde das Blog gestartet, um den Fortgang des Projektes zu begleiten. Gerade wurde das Projekt erfolgreich beendet.

Technik und Design hat der WDR im Haus realisiert. Unsere Aufgabe war es, das Blog zu begleiten und mit unserer Blog-Kompetenz beratend zur Seite zu stehen.
So haben wir am Anfang inhaltliche und technische Verbesserungsvorschläge gemacht und bei der Erstellung der Blogroll geholfen. Im Blogmonitoring haben wir die Blogosphäre gescannt und regelmäßig über die Rezeption berichtet.

Im Laufe des Projektes gab es mehrere Spam-Wellen, die abgewehrt werden mussten. Um sicher zu gehen, wurden die Kommentare von uns geprüft und freigegeben. Zwischen Kommentar und Freigabe durfte nicht viel Zeit vergehen – auch am Wochenende.

Das Wichtigste an Blogs ist aber: Sie müssen lesenswert sein. Und da hat die Redaktion wirklich ein goldenes Händchen bewiesen. Die Familie bloggte sehr aktiv. Die Beträge waren authentisch, lesenswert, lehrreich und immer wieder humorvoll. Das Blog wurde mit Bildern und Videos angereichert, was auch sehr zum Erfolg von Blogs beiträgt.

Die Redaktion ist sehr zufrieden, und auch wir blicken auf ein gelungenes Projekt zurück – und freuen uns weitere schöne Blogs in der Zukunft.